Pressemitteilung des Deutschen Frauenrates

Sexismus-Debatte - Das Recht, Nein zu sagen

PM 01/2013

Deutscher Frauenrat

Berlin, 29. Januar 2013

PM 01/2013

 

Sexismus-Debatte

 

Das Recht, NEIN zu sagen

 

Der massenhafte „Aufschrei“ gegen sexuelle Belästigung, der aktuell durch neue und alte Medien hallt, zeigt das Ausmaß eines altbekannten Problems, das jetzt neu verhandelt werden muss.

 

Sexuelle Belästigung skandalisieren der Deutsche Frauenrat, Frauen-beauftragte und andere frauen- und geschlechterpolitisch Engagierte seit langem. Das Thema war allerdings schon lange nicht mehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

 

Die aktuelle Debatte macht deutlich: Sexuelle Belästigung ist ein Massenphänomen von dem fast jede Frau irgendwann persönlich betroffen war oder ist. „Herrenwitze“, „Schlüpfrigkeiten“, körperliche Anmache sind keine „Kavaliersdelikte“ und keine „harmlosen Flirts“. Sie sind Grenzüberschreitung, (Amts-)Missbrauch, Gewalt.

 

Das müssen wir immer wieder klar und deutlich sagen. Es kann nicht sein, dass sich betroffene Frauen dafür schämen, sich wegen „Prüderie“ oder „Spielverderberei“ verteidigen müssen, während sich „tolle Hechte“ in ihrer Herablassung dem anderen Geschlecht gegenüber bestätigt fühlen.

 

Frauen müssen sich ermächtigt fühlen, NEIN gegenüber solchen Übergriffen zu sagen, ohne um ihren Arbeitsplatz oder sonstige Positionen bangen zu müssen. Ein entsprechend gesellschaftlicher Konsens darüber, wo die Grenzen verlaufen, ist dafür unbedingt vonnöten. Steht zu hoffen, dass die aktuelle Sexismusdebatte uns in dieser Richtung etwas weiter bringt.

 

 

Ulrike Helwerth

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