Performance // Solidaritätsaktion: Frauen als Verliererinnen der Corona-Krise

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Corona, eine Krise der Frauen: Kinder, Mädchen und Frauen sind die Verliererinnen der Corona-Krise. Das steht schon wieder fest! Insbesondere gilt dies für die Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen. Die Studie von Janina Steinert, Professorin für Global Health an der Technischen Universität München (TUM), und Dr. Cara Ebert vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung belegt: Opfer körperlicher Gewalt wurden ca. 3 Prozent der Frauen in Deutschland während der strengen Kontaktbeschränkungen, fast 5 Prozent der Partner regulieren die Kontakte der Frauen, 3,6 Prozent wurden von ihrem Partner vergewaltigt. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft.

Samstag, 11. Juli, 15 bis 17 Uhr, outdoor am Odeonsplatz
von frau-kunst-politik.de
Performance // Solidaritätsaktion: Frauen als Verliererinnen der Corona-Krise
„Un violador en tu camino” ©chilenische Theatergruppe Las Tesis

Musik: Edite Domingos (Deutschland-Angola) mit ihrer Trommelgruppe
Einführung: Dr. Corina Toledo, Politologin, Ökofeministin, Initiatorin  von www.frau-kunst-politik.de
Referentinnen:  Katrin Habenschaden, 2. Bürgermeisterin München (angefragt) // Frauenliga  // Frauenverband Courage  

 Der Stadtbund ist Unterstützerin dieser Veranstaltung am Odeonsplatz
 

Corona, eine Krise der Frauen: Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Frauen nutzte Hilfsangebote. Zu Hause, also isoliert zu sein oder arbeiten zu müssen, fördern die (sexuelle) Gewalt gegen Kinder, Mädchen und Frauen.  Doch der Fehler liegt im System, denn schon vor Corona starb eine Frau durch häusliche Gewalt jeden dritten Tag. 2018 waren es 122. Jeden Tag versuchte mindestens ein Mann, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. 2018 wurden in Deutschland mehr als 140.000 Menschen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft, davon 81 Prozent Frauen.  Die Europäische Union definiert Gewalt gegen Frauen in der "Istanbul-Konvention" als eine Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung der Frau. Sie bezeichnet alle Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt, die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder
 wirtschaftlichen Schäden oder Leiden bei Frauen führen oder führen können, einschließlich der Androhung solcher Handlungen, der Nötigung oder der willkürlichen Freiheitsentziehung, sei es im öffentlichen oder privaten Leben.  Bei der Performance „Un violador en tu camino“ geht es nicht um eine Anklage gegen den einzelnen Mann als Individuum, auch nicht nur um eine Anklage gegen sexualisierte Gewalt, gegen patriarchale Vergewaltigungsrituale, und -methoden. Für uns ist die Performance „Un violador en tu camino“ eine Aufforderung an uns alle, Frauen wie Männer, sich immer wieder zu fragen, wer sich die real existierenden politischen Systemen, ökonomischen und kulturellen Modellen oder religiösen Glaubenssätze ausgedacht, aufs Papier gebracht, in die Praxis umgesetzt und bis heute praktisch hegemonial kontrolliert? Und „Un violador en tu camino“ erinnert uns auch daran, dass praktisch all die real existierenden Gesellschaftsformen auch heute noch auf offenen oder subtilen frauenfeindlichen Strukturen basieren, ja auf die rücksichtlose Vernichtung alles Lebendiges. Und genau, weil wir heute weltweit mehr denn je einen offenen oder subtilen Terrorismus gegen Mädchen und Frauen erleben, hat sich die Performance innerhalb einer Woche zu einer weltweiten Massenbewegung formiert.