Ein Platz, ein Tunnel, ein Denkmal

Pressemitteilungen

Luise Kiesselbach – Armenpflegerin, Frauenrechtlerin, Sozialpolitikerin – erhält ein Denkmal.

München, 29. April 2022, Viele Münchner*innen kennen den Luise-Kiesselbach-Platz oder haben im Luise-
Kiesselbach-Tunnel schon im Stau gestanden. Und manch Mediziner*in kennt den Locus Kiesselbachi. Aber
kaum jemand weiß, wer Luise Kiesselbach war. „Das wollten wir ändern. Deshalb haben wir zusammen mit
zwei anderen traditionsreichen Münchner Vereinen, der Gesellschaft der Altersfreunde e.V. und dem Verein
für Fraueninteressen e.V. – beide Mitgliedsorganisationen des Paritätischen in Bayern – die Initiative gestartet,
ein Denkmal für diese bemerkenswerte Frau zu errichten und über ihr Leben und Schaffen zu informieren“,
so Peter Schimpf, Stiftungsvorstand der Luise-Kiesselbach-Stiftung. Dank der finanziellen Unterstützung
weiterer Sponsor*innen konnte das Denkmal errichtet werden und wurde heute auf dem Luise-
Kiesselbach-Platz vor den Toren des Haus St. Josef des Münchenstift eingeweiht.

Arme – Frauen – Politik

Bei der Einweihungsfeier gab Prof. Herwig-Lempp, Professor für Systemische Sozialarbeit an der Hochschule
Merseburg, Einblicke in das Leben von Luise Kiesselbach. Sie war eine bedeutende Sozialpolitikerin
und Vertreterin der Frauenbewegung in Bayern. In München hat sie den Aufbau der Wohlfahrtspflege entscheidend
mitgestaltet, wozu ihre Initiativen zum Bau eines damals sehr fortschrittlichen Altersheims und
von Kinderheimen zählen. Luise Kiesselbach war Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen und gründete 1914
den Stadtbund Münchner Frauenvereine. Ab 1919 gestaltete sie als eine der ersten weiblichen Stadträtinnen
Münchens die kommunale Sozialpolitik mit. Sie war die Gründerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
in Bayern.

Andenken – Vordenken – Weiterdenken.

Die Einweihungsveranstaltung stand unter dem Motto „Andenken. Vordenken. Weiterdenken.“ Im Mittelpunkt
stand die Frage, welche Bedeutung das Leben und Wirken von Luise Kiesselbach heute hat. „Von Luise
Kiesselbach können wir lernen, dass man zugleich sozial und politisch denken und handeln kann, dass
man auch in aussichtslos scheinenden Situationen die Hoffnung aufrechterhalten und anderen Hoffnung
geben kann“, so das Fazit von Prof. Herwig-Lempp.

Die Münchner Bürgermeisterin Verena Dietl, auch sie wie Luise Kiesselbach Sozialarbeiterin und Sozialpolitikerin,
hob die Bedeutung Luise Kiesselbachs für die Münchner Stadtpolitik hervor: „Sie war eine engagierte
Kämpferin des Feminismus, eine der ersten Stadträtinnen Münchens und engagierte Sozialpolitikerin.
Ihr Wirken ist bis heute spürbar und sie ist Vorbild für viele Frauen in unserer Stadt.“
Was es mit dem Locus Kiesselbachi auf sich hat, wurde am Ende auch noch aufgeklärt. Das ist ein Teil der
Nase, der eine zentrale Rolle für das Nasenbluten spielt. Benannt ist er nach seinem Entdecker Wilhelm Kiesselbach,
dem Ehemann von Luise.

Kontakt: Susann Egert
E-Mail: susann.engert(at)paritaet-bayern.de

Weitere Informationen

Spender*innen für Luise Kiesselbach Denkmal

Biografie Luise Kiesselbach