Stadtbund Münchner Frauenverbände

Thierschstr. 17
80538 München
Tel.: 089 / 290 44 63
Fax :089 / 290 44 64
buero(at)frauenverbaende.de

gefördert von der Landeshauptstadt München Sozialreferat

07.02.2016

Wir wollen überall hingehen können, aufrecht und frei

Kategorie: Aus den Verbänden, Aktuelle Meldungen

Statement des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, LV Bayern, zu den massenhaften sexuellen Angriffen gegen Frauen auf der Kölner Domplatte in der Silvesternacht



Statement des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, LV Bayern, zu den massenhaften sexuellen Angriffen gegen Frauen auf der Kölner Domplatte in der Silvesternacht

Wir wollen überall hingehen können, aufrecht und frei

Die massenhaften sexuellen Angriffe gegen Frauen auf der Kölner Domplatte in der Silvesternacht haben Entsetzen und Abwehr ausgelöst. Die Bundes- und Landesvorsitzende des Deutschen Evangelischen Frauenbundes e. V. Dietlinde Kunad reagiert auf die Geschehnisse mit einem deutlichen Bekenntnis zu den Grundrechten:

„Die Würde eines jeden Menschen, ob Frau oder Mann, jung oder alt, hier geboren oder als Fremdling gekommen ist unantastbar, unverhandelbar und steht jederzeit unter besonderem rechtsstaatlichen Schutz in Stadt und Land, im häuslichen und im öffentlichen Raum“. Dafür setzen wir uns als Deutscher Evangelischer Frauenbund ein in der „Verantwortung für uns und Andere“.

Nach Köln herrschte ein tagelanges tiefes und beschämendes Schweigen. Es ist nun einer vielsträngigen und breiten Diskussion in der Gesellschaft gewichen, die aber in Teilen schon wieder vom Kern der Sache ablenkt. 

Die massenhafte sexuelle Gewalt gegen Hunderte Frauen ist ungeheuerlich und sollte nicht durch Hinweise auf vorherige Ereignisse relativiert werden.

Zur Aufarbeitung gehört, die Opfer ernstzunehmen, die Täter zu ermitteln und auch nicht davor den Blick zu verschließen, dass es sich bei den Tätern um Asylsuchende und Männer mit Migrationshintergrund gehandelt hat. Es ist auch deren Umfeld und soziokultureller Hintergrund in den Blick zu nehmen, wenn das Bild ein vollständiges sein soll.

Wir finden die gesamtgesellschaftliche vertiefende und differenzierte Diskussion über die Taten, über Einstellungen und Werte notwendig; in diese bringen wir unsere eigenen freiheitlichen, auf Demokratie und Recht sowie dem christlichen Menschenbild basierenden Werte mit ein. Als Frauenverband ist uns dabei besonders wichtig, dass Gewalt gegen Frauen durch nichts zu rechtfertigen ist und dass ihre Würde und die aller Menschen vorrangig und zu schützen ist. Wir wollen uns friedlich versammeln und feiern können, wir wollen überall hingehen können, aufrecht und frei. Das ist unser Recht, das ist unsere Kultur, und das lassen wir uns nicht nehmen.

München, den 11. Januar 2016

Katharina Geiger
Geschäftsführerin

 

 

 

 


frauen.png, 492kB